Gartenpraxis
 

Licht ins Dunkel bringen

Der nächtliche Garten im Spotlight der Aufmerksamkeit
Gärten werden zumeist für die hellen Stunden des Tages gestaltet - harmonische Farbkombinationen werden gewählt, strukturierende Sträucher gepflanzt und Sitzplätze so angelegt, dass man möglichst lange die Sonne genießen kann. Sobald es jedoch Abend wird, verschwinden diese gut durchdachten Elemente mehr und mehr im Dunkel der Nacht und ein Blick aus dem Fenster zeigt bestenfalls eine Spiegelung des Innenraums. Mit einer gekonnten Wahl von Lichtquellen und einer geschickten Platzierung können Landschaftsgärtner das Grün hinter und vor dem Haus so inszenieren, dass es auch während der Abendstunden und selbst im Winter noch wirkt.
 

Grün statt Grau

Pflanzensysteme für den urbanen Raum
Weltweit zieht es die Menschen in die Städte. Prognosen zufolge wird der Bevölkerungsanteil in den Ballungsräumen bis zum Jahr 2050 auf über 70 Prozent ansteigen. Das führt auch in Deutschland dazu, dass die Nachfrage nach Wohnraum vor allem in den Groß- und Universitätsstädten zunimmt. Durch Nachverdichtung werden unsere Citys kompakter, private Bauherren und auch Stadtplaner sehen sich häufig gezwungen, für neue Gebäude bestehende Grünflächen aufzugeben. Dabei herrscht längst allgemeiner Konsens darüber, dass in Zeiten des Klimawandels, immer extremerer Wetterlagen und zunehmender Luftverschmutzung die Innenstädte eigentlich deutlich mehr Grün brauchen. Denn Pflanzen sorgen für ein verbessertes Mikroklima, eine Verringerung der Kohlendioxid- und Feinstaubbelastung, dämmen den Lärm, sind Windschutz und sorgen an heißen Sommertagen für Beschattung. Eine immer größere Rolle spielt deshalb schon jetzt lebendiges Grün auf, an und in der Bebauung. Hier sind innovative, attraktive Konzepte und Techniken gefragt, die die Umsetzung auch an schwierigen Standorten erleichtern.

Flackernde Romantik im eigenen Garten

Mit Sicherheit gemütlich
Gerade jetzt, wenn es draußen dunkler und kälter wird, ist die perfekte Zeit für ein romantisches Feuer unter freiem Himmel. Mit Familie und Freunden in die züngelnden Flammen schauen, während man Stockbrot bräunt, Marshmallows karamellisiert oder auf die Backkartoffel in der Glut wartet. Es liegt vielleicht tief in unseren Genen verwurzelt, dass uns bis heute Feuer und offene Flammen faszinieren: Feuer hat unsere Vorfahren sesshaft gemacht, es ermöglicht, Essen zuzubereiten und technischen Fortschritt zu erreichen. Feuer ist bis heute in vielen Kulturen traditioneller Mittelpunkt von Ritualen und Festen ... und die meisten erinnern sich gerne an lange Abende mit Freunden am Lagerfeuer. Kein Wunder also, dass sichere Feuerstellen in privaten Gärten im Trend liegen, schließlich erlauben sie es, bis in den Herbst und Winter hinein angenehme Abendstunden draußen zu genießen.

 

 

Grün oder grau? Das ist hier die Frage!

Wie ein Wohnpsychologe den Vorgarten sieht
"Single-Frau wählt Single-Mann und schaut sich seine Wohnung an." Unter diesem Titel hat der Münchner Wohnpsychologe Uwe Linke ein Buch geschrieben, das einen interessanten Zusammenhang beleuchtet: Wie wir uns einrichten oder kleiden, welchen Sport wir treiben, welche Musik wir hören ... all das ist Ausdruck unserer Persönlichkeit. Welches Auto wir fahren, wie unser Haus aussieht, wie wir unseren Garten gestalten, auch das sind Botschaften an die Mitwelt. Für den Garten hinter dem Haus, der vermutlich von einer Hecke oder einem anderen Sichtschutz gegenüber der Öffentlichkeit abgeschirmt ist, mag das nicht unbedingt gelten, aber für den Vorgarten in jedem Fall. Der Vorgarten ist ein halböffentlicher Raum, den Nachbarn und Passanten als "Visitenkarte des Hauses" wahrnehmen. Den Zusammenhang von drinnen und draußen besser zu verstehen, insbesondere aber den Wert des Vorgartens aus psychologischer Sicht zu beleuchten, war Grund für den Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V., im Zuge der Initiative "Rettet den Vorgarten" den Austausch mit Uwe Linke zu suchen. August Forster, Präsident des BGL, kennt die Sensibilität von Vorgärten aus der Beratungspraxis: "Je nachdem, wie die Fläche vor dem Haus gestaltet ist, vor allem, wie gepflegt sie ist, lässt Rückschlüsse auf die Einstellung und das Verhalten der Hausbewohner zu ... und genau das macht den Vorgarten so pikant."

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